Resistiver Touchscreen | Industrie Panel PCs 2025
- Was ist ein resistiver Touchscreen?
- Die Funktionsweise eines resistiven Touchscreens
- Was ist der Unterschied zwischen resistivem und kapazitivem Touchscreen?
- Die Vorteile eines resistiven Touchscreens?
- Hat ein resistiver Touchscreen auch Nachteile?
- Seit wann gibt es resistive Touchscreens?
- Wo werden resistive Touchscreens verwendet?
- Kapazitive Touchscreens verdrängen resistive Touchscreens vom Markt
- Wie präzise ist ein resistiver Touchscreen?
- Gibt es resistive Multi-Touchscreens?
- Wer baut noch resistive Touchscreens?
- Welche Industrie Produkte mit resistivem Touchscreen empfiehlt Acturion Datasys
Was ist ein resistiver Touchscreen?
Der resistive Touchscreen ist ein Touchscreen, der durch Druck bedient wird. Im Gegensatz dazu arbeitet ein kapazitiver Touchscreen über Widerstand (kapazitiv). Den resistiven Touchscreen kann man mit den Fingern bedienen, auch mit ganz dicken Arbeitshandschuhen. Plastikstiften, Holzstiften und mit Vorsicht auch Schraubendrehern. Drückt man also auf den Bildschirm, reagiert der resistive Touchscreen. Bei einem kapazitiven Touchscreen würde sich hier nichts tun.

Die Funktionsweise eines resistiven Touchscreens
Ein resistiver Touchscreen besteht aus zwei leitfähigen Schichten, die durch eine isolierende Schicht getrennt sind. Meistens bestehen die beiden Schichten aus dem Displayglas und an der Front aus einer Folie. Beide leitfähigen Schichten sind intern in Zeilen und Spalten aufgebaut – also ein Netz (Grid). Je nachdem wie viele Zeilen und Spalten die beiden leitfähigen Schichten haben, ergibt sich die Genauigkeit des Touchscreens – viele Zeilen und Spalten, ergeben eine hohe Auflösung. Wird jetzt durch Fingerdruck oder durch einen Bedienstift oder einen anderen Gegenstand Druck auf den Bildschirm ausgeübt, verändert sich die elektrische Leitfähigkeit in den beiden leitfähigen Schichten und es ändert sich der elektrische Widerstand. Durch die Zeilen und Spalten kann der Controller des Touchscreens exakt die Stelle feststellen, wo der Druckpunkt ist. Die Position des Druckpunkts wird an das Betriebssystem gemeldet und dieses erkennt dann was zu tun ist.
Was ist der Unterschied zwischen resistivem und kapazitivem Touchscreen?
Wir alle wissen, wie man ein Smartphone bedient: Eine leichte Berührung, ein Wischen, Mehr-Finger-Gesten und es wird die gewünschte Funktion ausgelöst. So funktioniert der kapazitive Touchscreen. Der resistive Touchscreen hingegen, wird durch mechanischen Druck bedient. . Dadurch ist es möglich die Funktionen der Bedienoberfläche auszulösen, wenn zum Beispiel Handschuhe getragen werden müssen. Alternativ können auch Gegenstände wie ein normaler Plastikstift, ein Holzstäbchen oder auch ein Schraubendreher verwendet werden, um den Touschreen zu bedienen. Ein kapazitiver Touchscreen reagiert nicht auf Druck oder auf Berührung mit einem nicht leitenden Gegenstand und das kann in manchen Situationen, auf Baustellen zum Beispiel, ziemlich störend sein.

Die Vorteile eines resistiven Touchscreens
Ein resistiver Touchscreen kann so gut wie immer bedient werden. Mindestens einen Finger hat jeder Mensch und ein Kugelschreiber, Plastik oder Holzstift tut es auch. Ein resistiver Touchscreen kann auch bedient werden, wenn er schmutzig oder staubig ist. Ebenso kann ein resistiver Touchscreen mit nassen oder öligen Fingern, dicken Handschuhen und im Regen bedient werden. Witterungsbedingungen sind für einem resistiven Touchscreen unwesentlich. Während Regentropfen die Bedienbarkeit eines kapazitiven Touchscreens bereits erheblich einschränken können, spielt das bei einem resistiven Touchscreen keine Rolle. Fehlbedienungen durch zufälliges Berühren des Bildschirms sind beim resistiven Touchscreen ausgeschlossen, da immer ein deutlicher Druck ausgeübt werden muss.
Hat ein resistiver Touchscreen auch Nachteile?
Ein resistiver Touchscreen erfordert einen gewissen Druck, damit er reagiert. Ein resistiver Touchscreen ist nicht multitouchfähig. Also man kann hier keine Bilder zoomen wie beim Smartphone. Die meisten resistiven Touchscreens sind nur Single-Point oder manchmal auch Double-Point Touchscreens. Es kann also immer nur eine bestimmte Funktion an einer Stelle ausgeführt werden oder, durch Doppelklick, auch eine alternative Funktion. Da ein resistiver Touchscreen stets mechanischen Belastungen ausgesetzt ist, kann er bei robuster und häufiger Bedienung schneller verschleißen als kapazitive Touchscreens. Hierbei muss auch der Grad der Verschmutzung mit einkalkuliert werden, der zu einem schnelleren Verschleiß führen kann. Da ein resistiver Touchscreen aus mehreren Schichten aufgebaut ist, kann die Lesbarkeit und Brillanz des Bildschirms eingeschränkt sein.

Seit wann gibt es resistive Touchscreens?
Erfunden wurde das Funktionsprinzip des resistiven Touchscreens 1971 in USA von am Oak Ridge National Laboratory. In den Folgejahren wurde die Technologie weiterentwickelt und ab 1974 gab es die ersten funktionierenden resistiven Touchscreens. Diese waren aber noch nicht transparent und konnten daher nur auf Flächen (ähnlich wie ein Touchpad) eingesetzt werden. Erst ab 1977 gab es dann transparente resistive Touchscreens, die man dann auch als Bildschirm verwenden konnte.
Wo werden resistive Touchscreens verwendet?
Weite Verbreitung haben resistive Touchscreens noch in der Automatisierung und in der Industrie bei Anlagensteuerungen. Die Bediener dieser Anlagen tragen oftmals dicke Arbeitshandschuhe und mit diesen Handschuhen sind kapazitive Touchscreens kaum zu bedienen.
Ein weiteres Einsatzgebiet sind Kassensysteme, Geldautomaten und auch Fahrscheinautomaten. Hier müssen in der Regel nur Bedienknöpfe gedrückt, Zahlen eingegeben , eine Auswahl getroffen oder etwas bestätigt werden.
In älteren Navigationsgeräten findet man auch noch verbreitet resistive Touchscreens, weil zu der damaligen Zeit die Technik von kapazitiven Touchscreens noch zu teuer und zu wenig ausgereift war.
Auch in der Medizintechnik sind resistive Touchscreens noch weit verbreitet. Im Medizinbereich wird oftmals mit Handschuhen gearbeitet und, auch wenn die heutigen kapazitiven Touchscreens für Handschuhe optimiert wurden, ist die Bedienung eines resistiven Touchscreens mit Handschuhen einfacher und zuverlässiger.
Handheld Geräte im Lager und Logistikbereich werden auch noch vielfach mit resistiven Touchscreens gebaut. Bei diesen Geräten ist die Bedienung meist sehr einfach gehalten. Oftmals muss nur eine Stückzahl eingetippt oder ein Scanner ausgelöst werden. Auch hier tragen die Bediener oftmals dicke Arbeitshandschuhe.

Kapazitiven Touchscreens verdrängen resistive Touchscreens vom Markt
Trotz einiger Vorzüge von resistiven Touchscreens sind diese Art von Touchscreens seit Jahren auf dem Rückzug. Die Technik von den kapazitiven Touchscreens ist in den letzten Jahren stetig verbessert worden. Frühere Mängel bei der Bedienung mit Arbeitshandschuhen wurden verbessert. Auch die Anfälligkeit für Wasser, Öle und Fette wurde verringert. Härtere Oberflächen machen die kapazitiven Touchscreens nun auch robuster gegenüber Staub und Sand.
Durch die massenhafte Verbreitung von kapazitiven Touchscreens in Handheld Geräten und Smart Phones sind kapazitive Touchscreens inzwischen auch billiger als resistive Touchscreens.
Weitere Gründe für den Rückzug von resistiven Touchscreens sind die fehlende Multi-Touchfähigkeit. Zoomfunktionen und Gestensteuerung sind mit resistiven Touchscreens kaum möglich.
Ein weiterer Grund für das Verschwinden der resistiven Touchscreens ist in der Beeinträchtigung der Bildqualität begründet. Der resistive Touchscreen befindet sich als Folie auf dem Bildschirm. Hierdurch wirkt das Bild nicht mehr so brillant. Die Touchscreenfolie dimmt die Hintergrundbeleuchtung etwas herunter. Durch sehr häufige oder Bedienung des resistiven Touchscreens mit scharfen oder spitzen Gegenständen (Schraubendreher, Messer o.ä.) können Stellen im Touchscreen verkratzt werden oder, im schlimmsten Fall ganz ausfallen.
Wie präzise ist ein resistiver Touchscreen?
Resistive Touchscreens sind nicht unpräziser als kapazitive Touchscreens, jedoch werden resistive Touchscreens öfter mit dem Finger oder Finger mit dicken Arbeitshandschuhen bedient. Bedient man den resistiven Touchscreen mit einem spitzen Bedienstift so ist dieser genauso präzise zu bedienen wie ein kapazitiver Touchscreen.
Sollte es vorkommen, dass ein Touchscreen ungenau ist, also der Druckpunkt nicht genau dort ist wo man hindrückt, dann kann es sein, dass der Touch neu kalibriert werden muss. Besonders aus früheren Zeiten kennt man es noch, dass ein Touchscreen bei Inbetriebnahme kalibriert werden musste. Dazu hat ein Kalibrierungsprogramm verschiedene Punkte auf dem Bildschirm angezeigt, auf die man dann exakt drücken musste. Meistens waren das die vier Ecken und ein Punkt in der Bildschirmmitte. Manche Touchscreens bieten auch heute noch eine Kalibrierungssoftware an.

Gibt es resistive Multi-Touchscreens?
Ja, es gibt welche, aber nur sehr wenige. Die Technik dazu ist recht aufwendig und somit auch kostspielig. Multitouchfähige Touchscreens sind in mehreren Schichten aufgebaut wobei jede Schicht einen Druckpunkt erkennt. Bei dem üblichen Single-Point Touch hat man eine Druckempfindliche Schicht bei Double-Point zwei schichten und so weiter. Wenn man also einen modernen 10-Finger Touchscreen kapazitiv nachbilden wollte, bräuchte man zehn Schichten übereinander. Das wäre sehr kompliziert und dabei ist auch zu bedenken, dass jede Schicht die Hintergrundbeleuchtung etwas dimmt. Bei zehn schichten würde man ein sehr dunkles und möglicherweise trübes Bild auf dem Bildschirm haben.
Meistens ist bei zwei Touch-Punkten Schluss mit der Multitouchfähigkeit bei resistiven Touchscreens.
Wer baut noch resistive Touchscreens?
Heutzutage dominieren die kapazitiven Touchscreens den Markt ganz eindeutig. Eine Handvoll Hersteller von resistiven Touchscreens gibt es aber noch. Die bedeutendsten Hersteller von resistiven Touchscreens sind A D Metro aus Kanada, Apex Material Technology Corporation aus Taiwan, Eagle Touch aus China, DMC aus Japan und Fortec aus Deutschland.
Empfohlene Produkte
Industrie Panel PCs | resistiver Touchscreen
-
Future Thin Client-Windows, 16:10 Display
Ab € 999,00 EUR
Art.-Nr.: 205886
Windows Panel PCs
im 16:10 Format Widescreen
Intel Celeron J6412, Intel i3,i5
10,1 " 12,1 " IP 65 IP 66 -20 °C bis +80 °C passiv gekühlt -
Future Thin Client - Android
Ab € 499,00 EUR
Art.-Nr.: 205919
Open Frame Android Panel-PCs für Terminals, Ticketing und HMIs in der Industrie & Logistik
11,6 " 13,3 " 15,6 " 18,5 " 21,5 " 23,8 " 27,0 " 32,0 " +0 °C bis +40 °C passiv gekühlt -
Future Thin Client-Windows, 16:9 Display
Ab € 1.260,00 EUR
Art.-Nr.: 205888
vielseitiger Touchscreen-PC für Industrieanwendungen
im 16:9 Displayformat
ideal für industrielle Automatisierung, Steuerungs- und Überwachungssysteme.
13,3 " 15,6 " 17,3 " 18,5 " 21,5 " 24,0 " IP 65 IP 66 -20 °C bis +80 °C passiv gekühlt -
Future Thin Client-Windows, 4:3 Display
Ab € 999,00 EUR
Art.-Nr.: 205878
SVGA & XGA Display im 4:3 Displayformat
für den ausfallsicheren Dauerbetrieb
rontal wasserdichter, kapazitive IP66 PCAP-Touchscreen
10,4 " 12,0 " 15,0 " IP 65 IP 66 -20 °C bis +80 °C passiv gekühlt -
Future Thin Client-Windows, 5:4 Display
Ab € 1.340,00 EUR
Art.-Nr.: 205881
Helle Displays bis 1.500 Candela pro Quadratmeter
Lüfterlos, IP65/66 und erweiterter Arbeitstemperaturbereich
Einbau Variante und VESA in einem
17,0 " 19,0 " IP 65 IP 66 -20 °C bis +80 °C passiv gekühlt
